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Gedenkkerze
Alfred Fremd- /Lemi Abaev/
Vor 28 Jahren lebte ich in Wermelskirchen. Ich hatte das schwere Erbe meiner Vorfahren angetreten, und als ich nach Deutschland kam, tobte der Tschetschenienkrieg. Mir war bewusst, dass ich zwar in Tschetschenien geboren war, meine Dokumente aber tschetschenisch waren. Doch der Schmerz des Lebens und das Erlebte ließen mich nicht los; der Krieg wütete. Ich verfasste ein deutsches Dokument, An 6/002, und schickte es an das Europäische Parlament. Das war Ende Juli 1996. Ernst Blasberg und sein Sohn Wolfgang Blasberg halfen mir dabei. Mein Appell an das Europäische Parlament wurde von Blasbergs Faxnummer aus gesendet. Und vielleicht wurde dieses Dokument deshalb vom Europäischen Parlament berücksichtigt, und dank dieses Dokuments wurde der Tschetschenienkrieg im August 1996 beendet. Doch 1998 war ich gezwungen, Deutschland zu verlassen, und habe Ernst und seinen Sohn Wolfgang nie wieder gesehen. 2019 kehrte ich nach Deutschland zurück und lebe im Kreis Offenbach, Dietzenbach, Hessen. Leider wurde ich als Volksdeutscher abgewiesen und mir wurde sogar politisches Asyl verweigert. Mir wurde jedoch Duldung gewährt. Ich bedauere zutiefst, dass ich die Familie Blasberg nicht besuchen und mein tiefstes Beileid aussprechen konnte. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass dies meine beiden Brüder im Himmel sind, und ich bin überzeugt, dass sie Engel waren und unter Engeln lebten. Unter diesem Namen, Abaev Lemi, habe ich in meinem Leben über 100 Mordanschläge überlebt und hoffe, dass ich meinen Namen ändern kann. Ich weiß, wie Verhöre im Jenseits ablaufen und wer dabei anwesend ist. Ich erinnere mich an zwei oder drei Fälle, in denen ich aus dem Jenseits zurückgeholt wurde. Daher bin ich sicher, dass Ernst und sein Sohn Wolfgang zwei Engel auf meinem Weg sind. Alles Gute, Ernst und Wolfgang, wir werden uns früher oder später wiedersehen.